Wer seinen Mitarbeitenden zu Weihnachten, zum Firmenjubiläum oder einfach als Zeichen der Anerkennung etwas schenkt, steht vor einer klassischen Frage: Was kommt wirklich an? Gutscheine gelten vielen als unpersönlich, Sachprämien wie Weinsets oder Bücher treffen nicht jeden Geschmack. Sneaker haben sich in den letzten Jahren als überraschend universelle Kategorie etabliert, die sowohl bei der Generation Z als auch bei Mitarbeitenden ab 45 gut funktioniert. Doch was einfach klingt, hat im betrieblichen Kontext einige Tücken.
Warum Sneaker als Geschenk funktionieren
Sneaker sind keine Nischen-Subkultur mehr. Laut einer Konsumerhebung des Statista Research Department aus 2024 besitzen 67 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 55 Jahren mindestens drei Paar Sneaker, davon eines explizit für den Alltag ausserhalb des Sports. Das bedeutet: Ein gut gewähltes Modell landet nicht im Schrank, sondern wird tatsächlich getragen.
Gleichzeitig transportiert ein Sneaker als Geschenk eine kulturelle Botschaft. Er signalisiert, dass ein Unternehmen weiss, wie Menschen heute leben und sich kleiden. Das unterscheidet ihn von einem Kugelschreiber-Set mit Firmenlogo oder einem Obstkorb. Wer hier das richtige Modell wählt, positioniert sich als moderner Arbeitgeber, ohne dabei laut oder aufdringlich zu wirken.
Steuerliche Einordnung: Was Schweizer und deutsche Unternehmen wissen müssen
In der Schweiz können Arbeitgeber ihren Angestellten Sachgeschenke bis zu einem Wert von 500 Franken pro Jahr und Person steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen, sofern es sich um Sonderanlässe handelt (Geburtstag, Dienstjubiläum, Weihnachten). Diese Grenze gilt pro Ereignis, nicht kumuliert über das Jahr. Liegen mehrere Anlässe vor, können entsprechend mehrere Geschenke steuerfrei bleiben.
In Deutschland gilt seit 2015 die Freigrenze von 60 Euro (netto) für sogenannte Aufmerksamkeiten, während Sachbezüge mit einem Wert bis 50 Euro monatlich lohnsteuerfrei gewährt werden können. Ein Sneaker im mittleren Preissegment zwischen 80 und 150 Euro überschreitet diese Grenzen typischerweise. Das bedeutet nicht, dass er kein sinnvolles Geschenk ist, aber der übersteigende Betrag muss dann entweder pauschal versteuert werden (§ 37b EStG mit 30 Prozent) oder direkt als geldwerter Vorteil in der Lohnabrechnung erscheinen.
Wer das sauber abwickeln will, sollte die Beschaffung über die Lohnbuchhaltung koordinieren und nicht als separate Ausgabe verbuchen. Ein kurzes Abstimmungsgespräch mit dem Steuerberater vor dem ersten Kauf spart spätere Korrekturen.
Modellwahl: Zwischen Statement und Alltagstauglichkeit
Nicht jeder Sneaker eignet sich als Firmengeschenk. Wer in die falsche Richtung greift, riskiert, dass das Geschenk als Fehltritt wahrgenommen wird. Folgende Kriterien helfen bei der Auswahl:
- Neutrales Design: Modelle mit starkem Statement-Charakter (grelle Colorways, politische Symbole, aggressive Logoführung) spalten eher als dass sie verbinden.
- Bekannte Marke, aber nicht überhypt: Ein Air Jordan 1 ist ikonisch, ein gerade erschienener Hype-Drop wirkt dagegen wie ein Versuch, cool zu wirken.
- Alltagstauglichkeit: Low-Top-Modelle in Weiss, Grau oder Schwarz sind breit einsetzbar, ob auf dem Weg zur Arbeit oder am Wochenende.
- Grösse beachten: Ohne Grössenangabe kein personalisiertes Geschenk. Entweder intern erheben oder Gutschein für ein konkretes Modell ausstellen.
Für Unternehmen, die die Auswahl nicht intern treffen möchten, bietet sich ein kuratierts Sortiment über einen spezialisierten Anbieter an. Plattformen wie Sneakerwelt führen ein breites Spektrum etablierter Modelle, das sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger als auch für erfahrene Sneaker-Fans interessant ist, ohne zu tief in die Nische zu gehen.
Logistik bei grösseren Bestellungen
Wer 50 oder 100 Mitarbeitende beschenken will, steht vor einer operativen Herausforderung. Grössen müssen erhoben, Modelle reserviert und Lieferzeiten koordiniert werden. Gerade bei limitierten Modellen kann es zu Engpässen kommen. Ein Unternehmen mit 80 Angestellten, das im Oktober bestellt und Weihnachten als Übergabetermin plant, hat üblicherweise sechs bis acht Wochen Vorlaufzeit einzuplanen, realistisch zehn bis zwölf Wochen, wenn Grössen individuell bestellt werden.
Alternativ funktioniert das Konzept des gebrandeten Gutscheins mit Modellempfehlung: Das Unternehmen wählt drei bis vier Modelle vor, die Mitarbeitenden suchen sich Grösse und bevorzugtes Modell selbst aus. Das steigert die Akzeptanz erheblich, weil niemand ein Paar zurücklegen muss, das nicht passt.
Benefits-Strategie: Einmalig oder wiederkehrend?
Die grösste strategische Frage ist, ob Sneaker als einmaliges Highlight oder als Teil einer regelmässigen Benefit-Struktur gedacht sind. Beides hat seine Berechtigung, aber die Erwartungshaltung ist unterschiedlich.
Ein einmaliges Geschenk zum 10-Jahres-Firmenjubiläum oder zur Eröffnung eines neuen Standorts hat Ereignischarakter und wird als besondere Geste wahrgenommen. Ein jährlich wiederkehrendes Sneaker-Geschenk hingegen wird nach zwei Jahren zur Selbstverständlichkeit und verliert seinen emotionalen Wert, wenn das Modell nicht kontinuierlich aufgewertet wird.
Unternehmen, die Sneaker in ihr reguläres Benefits-Programm integrieren wollen, fahren besser, wenn sie es mit einem transparenten Punktesystem oder einer klar kommunizierten Anerkennungslogik verbinden. Etwa: Mitarbeitende, die intern ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben oder eine Weiterbildung nachweisen, erhalten eine Prämie, die sie unter anderem für ein Schuhpaar einlösen können.
Was Unternehmen 2026 konkret tun sollten
Die folgenden Punkte fassen zusammen, worauf es ankommt:
- Steuerliche Grenzen kennen und Geschenke entsprechend strukturieren, bevor bestellt wird.
- Grössen intern erheben oder das Gutschein-Modell wählen.
- Vorlaufzeit von mindestens zehn Wochen bei grösseren Gruppen einplanen.
- Modelle neutral und alltagstauglich wählen, keine Hype-Drops.
- Benefits-Kontext definieren: Ist es ein Anerkennungsgeschenk, ein Jubiläumsgeschenk oder Teil eines strukturierten Programms?
Sneaker als Firmengeschenk sind kein Marketingtrick und kein kurzlebiger Trend. Sie funktionieren, weil sie nützlich, tragbar und persönlicher als ein Standardgeschenk sind. Wer die operativen und steuerlichen Rahmenbedingungen von Anfang an klar hat, macht damit 2026 wenig falsch.




