Home 1 › Forums › KMU-Alltag Schweiz › Personal & Nachwuchs › Mitarbeiterbefragung ausgewertet – was jetzt?
Hallo zusammen, wir haben letzten Herbst zum ersten Mal eine anonyme Mitarbeiterbefragung durchgeführt – 18 Leute, Hotelbetrieb, Mix aus Festangestellten und Saisonkräften. Die Ergebnisse liegen jetzt seit ein paar Wochen vor und ich sitze da irgendwie etwas ratlos. Einiges war erwartbar, aber ein paar Punkte haben mich doch überrascht, besonders rund ums Thema Kommunikation und Wertschätzung. Wie geht ihr das an? Teilt ihr die Ergebnisse vollständig mit dem Team, oder filtert ihr? Und wie verhindert ihr, dass das Ganze in der Schublade landet?
Das kenne ich von Kunden gut – die Auswertung liegt vor und dann weiss man nicht recht, wie man damit umgeht. Was bei uns gut funktioniert hat: die Ergebnisse so transparent wie möglich teilen, aber gebündelt nach Themenblöcken, nicht Frage für Frage. So wirkt es weniger überwältigend und die Leute können besser einordnen, worum es geht.
Ganz wichtig finde ich: relativ rasch eine kleine Massnahme umsetzen, die direkt aus der Befragung kommt – auch wenn sie fast symbolisch ist. Das zeigt, dass die Rückmeldungen ernst genommen werden und die nächste Befragung wird dann ernster genommen. Wenn alles versandet, macht beim nächsten Mal kaum jemand mehr mit.
Wir hatten ähnliches bei uns im Betrieb. Kommunikation und Wertschätzung tauchen bei solchen Befragungen eigentlich immer auf, das ist fast schon branchenübergreifend so.
Was mir damals geholfen hat: Ich hab nicht versucht, das alleine zu lösen, sondern hab zwei Mitarbeitende gefragt, ob sie in einer kleinen Gruppe mitarbeiten wollen, um konkrete Vorschläge zu machen. Die fühlen sich dann als Teil der Lösung und nicht nur als Kritiker. Für die Strukturierung des Prozesses hab ich mich damals auf der Website von inmibe umgeschaut – die haben einige praxisnahe Hinweise dazu, wie man nach einer Befragung weiter vorgeht, ohne dass es zu einem riesigen Projekt ausartet. Hat mir zumindest geholfen, die nächsten Schritte besser einzuteilen.
Schubladen-Tod ist das grösste Risiko bei solchen Aktionen, da habt ihr recht. Ich mach das inzwischen so: direkt nach der Auswertung gibt es ein kurzes Teammeeting, wo ich sage «das haben wir gehört, das nehmen wir mit, das können wir realistisch angehen». Und was wir nicht angehen können, sag ich auch warum – das ist fast noch wichtiger. Sonst entstehen Erwartungen, die dann enttäuscht werden.
Mit dem Peer-Ansatz von Urs bin ich komplett einverstanden, das entlastet einen auch als Chef enorm, wenn man nicht alleine die Lösungen liefern muss.