Home 1 › Forums › KMU-Alltag Schweiz › Digitalisierung & Tools › Eltern das Smartphone erklären – wie macht ihr das geduldig?
Meine Mutter ist 72 und hat jetzt endlich ein Smartphone, aber ich verzweifle manchmal fast beim Erklären. Jedes Mal wenn ich ihr zeige wie sie WhatsApp-Fotos weiterleitet oder wie das WLAN wechselt, hat sie es beim nächsten Mal wieder vergessen. Ich erkläre es geduldig, schreibe ihr Zettel, mache Videos – aber es bleibt nichts hängen.
Ist das bei euch auch so? Ich meine, ich kenn mich ja aus mit Technik, aber das heisst nicht dass ich gut erklären kann. Habt ihr Tipps wie ihr das angeht, oder kennt ihr gute Ressourcen für ältere Menschen die mit Smartphones noch fremdeln?
Oh das kenn ich, meine Schwiegereltern sind genauso! Was mir geholfen hat: ich erklär nie mehrere Sachen auf einmal. Wirklich nur einen Schritt, dann Pause, dann nochmal üben lassen. Und die Zettel mach ich inzwischen mit Screenshots, also direkt ausgedruckt was sie auf ihrem Bildschirm sehen – nicht irgendwelche allgemeinen Anleitungen aus dem Internet die dann eh anders aussehen als ihr Gerät.
Ausserdem hab ich gelernt: nicht mehr so viel auf einmal zeigen. Lieber dreimal dasselbe in kurzen Abständen als eine lange Session. Das braucht halt Zeit aber es bleibt dann tatsächlich besser im Gedächtnis.
Ja genau, weniger ist mehr. Und ich glaub das Problem ist oft auch dass wir zu schnell machen – als jemand der die Handgriffe schon automatisiert hat, wischt man einfach durch die Menüs und die können gar nicht mitschauen.
Mein Vater hat übrigens mal einen Online-Kurs speziell für Senioren und Smartphone-Einsteiger gemacht, ich glaub er hat das hier gefunden. Hat ihm erstaunlich gut geholfen weil er die Lektionen in seinem eigenen Tempo durchgehen konnte, ohne dass ich danebenstehe und er sich unter Druck fühlt. Seitdem braucht er mich viel seltener – was für uns beide entspannter ist, ehrlich gesagt.
Der Punkt mit dem Druck ist wirklich wichtig. Ich glaub manche Eltern blocken auch unbewusst weil sie Angst haben etwas kaputtzumachen oder den Sohn/die Tochter zu nerven. Wenn sie selbst in Ruhe ausprobieren können, funktioniert das oft besser.
Ich hab meiner Mutter auch gesagt: es gibt nichts was sie durch simples Drücken kaputt machen kann. Das hat schon viel geholfen dass sie überhaupt anfängt selbst herumzuprobieren statt immer auf mich zu warten.