Home 1 › Forums › Qualität & Betrieb › Prozesse & Effizienz › Druckluft frisst uns die Energie weg – wo genau liegt das Problem?
Hallo zusammen, ich betreibe eine Schreinerei mit ca. 12 Mitarbeitenden und seit wir die letzten Stromrechnungen durchgegangen sind, fällt uns auf: ein riesiger Brocken geht für die Druckluftanlage drauf. Unser Kompressor läuft quasi den ganzen Tag. Jetzt frage ich mich, wo eigentlich am meisten Energie verloren geht – sind es die Leitungen, Leckagen, oder liegt das Problem schon beim Erzeuger selbst? Hat jemand in seinem Betrieb schon eine Analyse gemacht und weiss, wo man als erstes ansetzen sollte?
Das kenne ich gut, haben wir vor zwei Jahren auch durchgemacht. Der grösste Energiefresser in den meisten Betrieben sind tatsächlich Leckagen im Leitungsnetz – die werden chronisch unterschätzt. Ein einfacher Test: Kompressor abends auf Druck bringen, alles abschalten und schauen wie schnell der Druck abfällt. Wenn der innerhalb einer Stunde merklich sinkt ohne dass irgendwas verbraucht wird, habt ihr ein ernstes Leckageproblem. Wir haben damals mit einem Ultraschallgerät die ganze Anlage abgefahren und waren überrascht wie viele kleine Undichtigkeiten zusammenkamen. Lohnt sich auf jeden Fall.
Leckagen sind definitiv ein Thema, aber ich würde auch den Erzeuger selbst nicht unterschätzen. Bei uns (Gastronomie, aber mit viel Kühltechnik und Druckluft für Reinigungsanlagen) war das Problem, dass wir einen alten Kolbenkompressor hatten der einfach ineffizient war – besonders im Teillastbetrieb läuft der schlecht. Wir haben dann auf ein Schraubengebläse gewechselt und der Unterschied war spürbar, vor allem weil die viel besser mit schwankenden Bedarfen umgehen können. Keine Ahnung ob das für eine Schreinerei passt, aber ich würde die Erzeugungsseite auf keinen Fall ignorieren.
Ich würde empfehlen das systematisch anzugehen: erst Leckagen beheben (günstigste Massnahme), dann Druckniveau prüfen – viele Betriebe fahren viel zu hohen Netzdruck obwohl die Verbraucher das gar nicht brauchen. Jedes Bar Überdruck kostet ca. 6-7% mehr Energie. Danach erst über neue Erzeuger nachdenken. Und unbedingt schauen ob ihr einen Frequenzumrichter habt – ohne den läuft der Kompressor immer auf Vollast auch wenn der Bedarf gering ist. Das ist oft schon ein riesiges Einsparpotenzial ohne grosse Investition.