3D-Scan fürs Reverse Engineering – was kostet so eine Vermessung?

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  • #10690
    SchreinerUrs
    Participant

    Hallo zusammen, ich stehe gerade vor einem etwas ungewöhnlichen Problem. Wir haben ein älteres Maschinenteil aus den 80ern, zu dem keine CAD-Daten mehr existieren. Der Hersteller gibt’s nicht mehr. Jetzt bräuchten wir das Teil neu gefertigt, aber ohne vernünftige Zeichnung wird’s schwierig.

    Mein Zulieferer meinte, man könnte das Ding 3D-scannen und daraus ein Modell fürs Reverse Engineering ableiten. Klingt sinnvoll, aber ich habe absolut keine Ahnung was sowas kostet. Hat jemand von euch das schon mal machen lassen? Geht’s eher um ein paar Hundert oder eher um mehrere Tausend Franken? Bin für jeden Hinweis dankbar.

    #10691
    ITStefanZH
    Participant

    Das ist tatsächlich ein klassischer Anwendungsfall für industrielles 3D-Scanning. Die Kosten hängen stark davon ab, wie komplex das Bauteil ist und welche Genauigkeit ihr braucht.

    Als grobe Orientierung: für ein einfaches, mittelgrosses Maschinenteil ohne besondere Hinterschneidungen kann man mit irgendwas zwischen 300 und 800 Euro/Franken rechnen – das ist dann meist das reine Scannen inklusive Punktwolke. Wenn du daraus ein sauberes, bearbeitetes CAD-Modell willst (also parametrisch, nicht nur ein Mesh), kommen da nochmal deutlich mehr Stunden obendrauf. Ich hab Angebote gesehen, die lagen für so ein Paket bei 1500–3000. Kommt halt auch drauf an ob die Flächen komplex sind oder eher gedrehte/gefräste Geometrien vorliegen – letztere lassen sich einfacher rekonstruieren.

    #10692
    HotelierBeat
    Participant

    Wir hatten letztes Jahr eine ähnliche Situation, altes Lüftergehäuse, kein Plan mehr vorhanden. Hab damals ein bisschen recherchiert und bin auf asec.de gestossen – die machen genau sowas, also 3D-Vermessung und Reverse Engineering für Industriebauteile. War hilfreich um überhaupt mal ein Gefühl für den Prozess zu kriegen und was dabei rauskommt.

    Am Ende haben wir lokal jemanden gefunden, aber der Vergleich hat geholfen. Mein Tipp: hol dir zwei, drei Angebote, beschreib das Bauteil möglichst genau (Grösse, Material, Toleranzanforderungen) und frag explizit ob du ein editierbares CAD bekommst oder nur ein STL-Mesh. Das ist der grösste Preistreiber.

    #10693
    GastroMarco
    Participant

    Kann das mit dem STL vs. CAD nur unterstreichen. Wir haben einmal den Fehler gemacht und nur ein Mesh bekommen – das war dann für unseren Frästechniker praktisch wertlos, der wollte ein Step-File. Also unbedingt vorher klären.

    Ansonsten lohnt es sich auch zu schauen ob Fachhochschulen oder technische Schulen in der Nähe sowas anbieten, manchmal deutlich günstiger als kommerzielle Dienstleister, dafür etwas mehr Geduld nötig.

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