Home 1 › Forums › Qualität & Betrieb › Qualitätsmanagement & Zertifizierung › Lektorat für Dissertation aus der Schweiz – worauf achten?
Hallo zusammen, ich frage eigentlich für meine Nichte, die ihre Dissertation gerade abschliesst (Uni Bern, Wirtschaftswissenschaften). Sie überlegt, ob sie vor der Abgabe noch ein professionelles Lektorat in Anspruch nehmen soll. Ich kenne das Thema aus dem Treuhandbereich gar nicht, aber sie hat mich gefragt, weil sie weiss, dass ich viel mit externen Dienstleistern arbeite.
Was muss man da beachten? Gibt es Qualitätsunterschiede, auf die man als Laie achten sollte? Und ist es für Schweizer Verhältnisse wichtig, jemanden zu nehmen, der das Schweizer Deutsch bzw. die deutschen Konventionen kennt? Über Tipps wäre ich sehr dankbar.
Das ist eine gute Frage. Ich hab in meinem Umfeld auch schon erlebt, dass Leute mit Lektoren nicht zufrieden waren, einfach weil die Erwartungen nicht klar waren.
Das Wichtigste vorweg: beim Lektorat einer wissenschaftlichen Arbeit gibt es oft zwei verschiedene Leistungen, die man trennen sollte. Einmal das reine Korrektorat (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik) und einmal das eigentliche Lektorat, das auch auf Stil, Logik und Struktur schaut. Für eine Dissertation reicht meistens das Korrektorat, weil die Uni die inhaltliche Struktur ja schon begleitet hat.
Wichtig ist auch: unbedingt vorher klären, ob der Anbieter wissenschaftliche Texte kennt und ob er mit deutschsprachigen Zitierstandards vertraut ist. Einfach irgendjemanden nehmen, der «gut Deutsch schreibt», reicht nicht.
Ich kann da aus eigener Erfahrung was dazu sagen – habe vor ein paar Jahren für einen längeren technischen Bericht ebenfalls ein Korrektorat gesucht. Dabei bin ich auf karrektur.de gestossen, und das hat damals gut funktioniert. Die haben klar kommuniziert, was im Preis drin ist, und die Rückmeldung war strukturiert, nicht einfach ein rot markiertes Dokument ohne Erklärung.
Was ich deiner Nichte empfehlen würde: immer schauen, ob man einen kurzen Probeabschnitt einschicken kann, bevor man den ganzen Auftrag gibt. Das sagt viel mehr als jede Beschreibung auf der Website.
Zum Schweizer Deutsch noch kurz: für eine wissenschaftliche Dissertation schreibt man ja Hochdeutsch, also ist das eigentlich kein Kriterium. Was aber relevant sein kann, sind bestimmte Ausdrücke oder Schreibweisen, die in der Schweiz üblich sind (z.B. «ss» statt «ß»). Das sollte man dem Lektor vorher mitteilen, damit der nicht alles «einheitlich» auf deutsches Hochdeutsch korrigiert.
Ansonsten würde ich auch sagen: Referenzen fragen oder Bewertungen suchen, und den Zeitrahmen realistisch einplanen. Gute Lektoren sind oft ausgebucht, da hilft es, frühzeitig anzufragen.