Ein Schrauber, der seinen Keller ausräumt. Ein Handwerksbetrieb, der nach einem Umbau aufräumt. Eine Industriefirma, die Produktionsreste entsorgt. Allen gemeinsam ist: Sie geben Metall ab und bekommen dafür Geld. Wie viel Geld, das hängt weniger vom Zufall ab als von einer einzigen Entscheidung: ob die Metalle vorher getrennt wurden oder nicht.
Warum der Unterschied so groß ist
Schrotthändler zahlen für sortierten Schrott grundsätzlich besser als für gemischtes Material. Der Grund ist simpel: Hütten und Recyclingbetriebe brauchen definierte Legierungen. Wer ihnen Kupfer liefert, das wirklich Kupfer ist und nicht mit Eisenteilen oder Kunststoffresten vermischt wurde, erleichtert den Weiterverarbeitungsprozess erheblich. Diese Erleichterung wird mit einem Preisaufschlag honoriert.
Konkret lässt sich das beziffern. Kupfer in sauberer Form wird an deutschen Schrotthöfen aktuell je nach Tageskurs mit 6 bis 7 Euro pro Kilogramm gehandelt. Gemischtes Kabelschrott-Material, bei dem Kupfer mit Aluminium oder Eisen vermengt ist, erzielt oft nur 1,50 bis 2,50 Euro pro Kilogramm. Der Unterschied beträgt also nicht zehn Prozent, sondern kann sich vervierfachen.
Die wichtigsten Metallgruppen und ihre Unterschiede
Für die Praxis ist entscheidend, welche Metalle sich überhaupt sinnvoll trennen lassen. Eine grobe Einteilung nach Wert und Häufigkeit:
- Kupfer: Höchste Erlöse, findet sich in Kabeln, Rohren, Wicklungen von Elektromotoren und Transformatoren. Kupfer erkennt man an der rotgoldenen Farbe, die sich bei Oxidation grünlich verfärbt.
- Aluminium: Leicht, silbrig, nicht magnetisch. Vorkommt in Profilen, Felgen, Fensterrahmen und Getränkedosen. Erlöse liegen je nach Qualität bei 1,20 bis 2,00 Euro pro Kilogramm.
- Messing: Legierung aus Kupfer und Zink, gelblich, schwerer als Aluminium. Armaturen, Ventile, Beschläge bestehen häufig aus Messing. Preise um 3,50 bis 4,50 Euro pro Kilogramm sind realistisch.
- Edelstahl: Nichtmagnetisch, silbrig glänzend. Wird in der Lebensmittelindustrie und im Anlagenbau verwendet. Erlöse liegen deutlich unter denen von Buntmetallen, sind aber höher als bei normalem Stahl.
- Stahl und Eisen: Massenware, aber mengenmäßig oft dominant. Magnetisch, gute Erkennungshilfe. Preise im Bereich von 100 bis 200 Euro pro Tonne je nach Qualität.
Der Magnet ist das wichtigste Werkzeug beim Vorsortieren. Was am Magneten hängt, ist Eisen oder Stahl. Was nicht hängt, gehört in eine andere Kategorie und ist fast immer wertvoller.
Häufige Fehler beim Vorsortieren
Viele Abgeber machen beim Sortieren Fehler, die ihnen direkt Geld kosten. Einer der häufigsten: Kupferkabel werden zusammen mit ihren Steckern abgegeben. Die Stecker enthalten oft Kunststoff, manchmal auch Aluminium oder Stahl. Das drückt den Gesamtpreis der Charge deutlich nach unten. Wer fünf Minuten investiert und Stecker abschneidet, erhält mehr Geld für denselben Kupferanteil.
Ähnliches gilt für Elektromotoren. Ein ausgeschlachteter Motor, bei dem das Kupfer der Wicklung freigelegt ist, bringt deutlich mehr als der komplette Motor. Für Betriebe, die regelmäßig größere Mengen abgeben, kann sich auch das Schreddern oder maschinelle Abisolieren von Kabeln wirtschaftlich lohnen.
Ein weiterer Fehler ist die Vermischung von Aluminiumlegierungen. Gegossenes Aluminium aus Motorgehäusen hat andere Eigenschaften als Reinaluminium aus Profilen oder Folienresten. Seriöse Schrotthändler zahlen für diese Fraktionen unterschiedliche Preise. Wer alles in eine Tonne wirft, bekommt in der Regel den niedrigsten gemeinsamen Nenner.
Was professionelle Anbieter besser machen
Handwerksbetriebe und Industrie, die regelmäßig Schrott abgeben, arbeiten mit definierten Behältersystemen. Oft stehen auf dem Betriebshof separate Gitterboxen oder Mulden für Kupfer, Aluminium, Messing und Eisenschrott. Das kostet kaum zusätzlichen Aufwand, wenn die Trennung direkt am Entstehungsort erfolgt, also auf der Baustelle oder an der Maschine. Nachträgliches Sortieren ist teurer und fehleranfälliger.
Regionale Anbieter wie SRM Schrotthandel Rhein-Main bieten oft auch eine Abholung direkt beim Betrieb an, was besonders für größere Mengen praktisch ist und den Transportaufwand auf Kundenseite eliminiert.
Für sehr große Mengen empfiehlt sich ein Vorgespräch mit dem Schrotthändler, bevor das Material sortiert wird. Manche Händler kaufen bestimmte Legierungen bevorzugt, andere haben momentan Bedarf an speziellen Fraktionen. Wer fragt, handelt oft besser.
Preise vergleichen und Tageskurse beachten
Metallpreise sind keine festen Größen. Sie orientieren sich an den Notierungen der London Metal Exchange (LME) und schwanken teils täglich. Kupfer allein hat in den letzten drei Jahren zwischen 7.000 und 10.500 US-Dollar pro Tonne gehandelt. Wer seinen Schrott an einem Tag mit hohem Kupferpreis abgibt, nimmt deutlich mehr mit als eine Woche später.
Das bedeutet nicht, dass Privatleute den Rohstoffmarkt täglich verfolgen müssen. Aber es lohnt sich, bei größeren Mengen nicht den erstbesten Termin zu wählen. Eine kurze Anfrage bei zwei oder drei regionalen Händlern gibt einen schnellen Überblick über aktuelle Ankaufspreise. Seriöse Händler nennen ihre Tagespreise transparent.
Kurze Orientierung: Typische Ankaufspreise je Metallart
| Metall | Typischer Ankaufspreis | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Kupfer (blank) | 6,00 bis 7,00 €/kg | Höchste Erlöse, sauber halten |
| Messing | 3,50 bis 4,50 €/kg | Keine Beschichtungen |
| Aluminium | 1,20 bis 2,00 €/kg | Legierungen trennen |
| Edelstahl | 0,80 bis 1,20 €/kg | Nichtmagnetisch prüfen |
| Stahl/Eisen | 80 bis 180 €/t | Massenware, magnetisch |
Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Region, Menge und Tagesnotierung abweichen.
Fazit: Sortieren ist keine Arbeit, sondern Rendite
Wer Metalle vor der Abgabe trennt, erzielt keine marginal besseren Preise. Der Unterschied ist substanziell und kann bei Buntmetallen das Drei- bis Vierfache des unsortierten Wertes ausmachen. Der Aufwand dafür ist gering, wenn die Trennung von Anfang an in den Arbeitsablauf integriert wird. Ein Magnet, einige Behälter und ein Grundverständnis der wichtigsten Metallgruppen reichen für den Einstieg völlig aus.
Für Betriebe, die regelmäßig mit Schrott umgehen, lohnt sich zusätzlich der Aufbau einer festen Beziehung zu einem regionalen Schrotthändler. Verlässliche Abnahmemengen, transparente Preise und kurze Transportwege machen die Verwertung von Metallabfällen zu einem echten Nebenerlös statt einem lästigen Entsorgungsposten.




