Home 1 › Forums › KMU-Alltag Schweiz › Personal & Nachwuchs › Führungskräfte entwickeln – was bleibt nach dem Seminar übrig?
Hallo zusammen, ich kämpfe gerade mit einem Thema das mich schon länger beschäftigt. Wir haben in den letzten zwei Jahren mehrere Teamleiter intern befördert – gute Leute, keine Frage. Aber der Schritt von Mitarbeiter zur Führungskraft ist halt nicht trivial. Wir schicken sie auf Seminare, die auch gut ankommen, aber nach 3 Monaten ist vom Gelernten gefühlt nicht mehr viel übrig. Der Alltag holt sie wieder ein. Hat jemand Erfahrung, was wirklich hilft damit das Gelernte auch tatsächlich im Betrieb ankommt und bleibt? Begleitprogramme, Mentoring, irgendwas anderes?
Das kenne ich aus der Beratung sehr gut. Das Problem heisst meistens Transfer – also der Schritt vom Seminarraum in den echten Alltag. Was bei meinen Klienten am besten funktioniert: konkrete Umsetzungsaufgaben direkt nach dem Seminar vereinbaren, und dann nach 4-6 Wochen nochmal in einem kurzen Gespräch nachhaken. Wer sich accountable fühlt, bleibt eher dran. Peer-Gruppen unter den neuen Führungskräften helfen auch, weil sie sich gegenseitig spiegeln können ohne Hierarchiedruck. Reine Einmal-Seminare ohne Begleitung wirken halt leider selten nachhaltig, das ist einfach so.
Bei uns war das ähnlich. Ich hab dann für zwei meiner Vorarbeiter individuelles Führungscoaching organisiert, also wirklich 1:1 mit jemandem über mehrere Monate. Das hat deutlich mehr gebracht als jedes Gruppentraining vorher. Der Unterschied ist denke ich, dass der Coach auf die konkreten Situationen eingeht die gerade im Betrieb passieren – nicht auf irgendwelche Fallbeispiele aus dem Lehrbuch. Kostet natürlich mehr als ein Tagesseminar, aber der Effekt hält an. Für mich war das Geld gut investiert.
Ich sehe das ähnlich wie Urs. Seminare sind gut um Impulse zu setzen, aber ohne Nachbearbeitung verpufft das. Wir machen seit einem Jahr monatliche Kurzgespräche zwischen meinen Schichtleitern und mir, nur 30 Minuten, aber gezielt auf aktuelle Führungssituationen. Klingt simpel, macht aber einen Unterschied. Vielleicht wäre auch eine Kombination sinnvoll: Seminar als Einstieg, dann begleitetes Coaching für die Herausforderungen die danach kommen.